05-06-2014

Qualität für Dresden | Ausschreibung DMG

Die Dresden Marketing GmbH (DMG) schreibt zurzeit die Entwicklung und Umsetzung der touristischen Jahreskampagnen für 2015 und 2016 sowie optional für 2017 öffentlich aus. Diese Ausschreibung sorgt in der regionalen Agenturszene für große Diskussionen, die Ulrike Lerchl, Geschäftsführerin von Oberüber | Karger, mit diesem offenen Brief initiierte:

Qualität für Dresden | Ausschreibung DMG

Auf »Sputnika« – diese Seite entwickelt sich zunehmend zu einer echten und nicht mehr wegzudenkenden Informations-Plattform für Agenturen!! – fanden wir die Ausschreibung der DMG. 

Drei Kampagnen für die kommenden Jahre. Eine richtig coole Aufgabe für Agenturen, eine geniale Chance für die Stadt, in der wir leben und kreativ sind, Kommunikation national und international zu verantworten.

Dann schauen wir uns die Ausschreibung genauer an. Und je mehr wir uns mit dem Inhalt der Ausschreibung beschäftigen, kommen Zweifel.

Warum ist der Zeitraum für die Entwicklung der Kampagnen, bis zur Abgabe der Entwürfe, so kurz? Warum dürfen die Agenturen nicht persönlich präsentieren, sondern müssen ihre Konzepte schriftlich einreichen? Warum ist kein Honorar vorgesehen, nicht einmal für die, die später in die engere Auswahl kommen? Warum muss eine Agentur, die diese Kampagnen entwickelt, mehrere Tourismus-Kampagnen nachweisen?

Jeder Marketing-Verantwortliche dieser Republik weiß, dass man nicht in einer Branche gearbeitet haben muss, um für Kunden Ideen entwickeln und diese professionell umzusetzen zu können. Warum müssen gar Auszeichnungen in dieser Branche vorliegen? Wäre es nicht ein Anspruch, für die zu entwickelnden Kampagnen gemeinsam Preise zu gewinnen?

Die Fragen häufen sich: Ist das alles seriös? Ist das tatsächlich im Sinne der Stadt?

Eine Frage reiht sich an die andere und wir ziehen langsam in Zweifel, ob es hier tatsächlich darum geht, kreative Konzepte für Dresden zu entwickeln, damit wir im Wettbewerb der Städte global punkten, unverwechselbar sind, Strahlkraft für Touristen und Fachkräfte haben, Appetit machen auf uns und das, was sich auch an kreativem Potenzial in Dresden entwickelt?

Wollen wir zeigen, dass Gäste hier willkommen sind und wir diese Kultur auch jeden Tag leben? Oder wurde hier eine Ausschreibung auf die betreuende Agentur angepasst, damit der bisherige Gang der Dinge bleibt, damit gefällige, uninspirierende Kampagnen weiter langweilen? Wer verantwortet das, womit sich Dresden in den nächsten Jahren der internationalen Öffentlichkeit präsentiert?

Gerne stehen wir für Ideen zur Verfügung, gerne bringen wir uns und unser Netzwerk ein, um Dresden noch attraktiver zu machen. Aber an einer Ausschreibung mit diesen Rahmenbedingungen, liebe Frau Dr. Bunge, werden wir uns unter keinen Umständen beteiligen.

Schade für Dresden, schade um diese wunderbare Chance für die kommenden Jahre, Dresden nach vorn zu bringen, schade für verschenktes Vertrauen, schade um Kompetenz, schade um die Chance für Verantwortung und schade, dass es wieder einmal nicht um Qualität geht.

Ulrike Lerchl
Geschäftsführende Gesellschafterin
Oberüber | Karger Kommunikationsagentur

 

Seit der Veröffentlichung schlägt dieses Schreiben hohe Wellen, unter anderem in folgenden Medien und Blogs: